Fast direkt am Strelasund auf dem historischen Gelände der ehemaligen Stralsunder Brauerei, braut die Störtebeker Braumanufaktur ihre Spezialitäten. Hier zählt Tradition. Aber wie jeder gute Seemann, so denkt man auch bei Störtebeker bereits jetzt weit voraus.

Von der hier seit dem frühen 19. Jahrhundert angesiedelten Stralsunder Brauerei übernahm Störtebeker nicht nur die Gebäude sondern auch drei Tiefbrunnen, die sich auf dem Betriebsgelände befinden. Mit ihren bis zu 40 Metern Tiefe gewährleisten die drei Quellen eine besondere Reinheit des Brauwassers, das Mineralwasserqualität besitzt.

Immer in Bewegung bleiben
In einer riesigen Halle, die mehrere Stockwerke tief in den Stralsunder Untergrund reicht, befindet sich das Hochlager der Störtebeker Braumanufaktur. Obwohl, „Lager“ ist eigentlich der falsche Ausdruck, denn ruhig steht hier schonmal gar nichts. Sechs vollautomatische Regalbediengeräte huschen unaufhörlich auf und ab und hin und her. Unten fährt die Bodenbahn ständig Kisten herein und hinaus. So werden täglich 4.000 Paletten bewegt. Innerhalb des kunstvollen riesigen Stahlgerüsts vollführen diese ihren komplexen hydraulikbetriebenen Tanz. Darauf stehen bis zu vierzig leere und volle Bierkisten mit leeren und vollen Flaschen, was ein beständiges Geklirre zur Folge hat – der Sound von Flaschen, die dem erneuten Einsatz entgegenträumen. „Kein Mensch weiß hier, wo sich welche Kiste befindet,“ kommentiert ein Mitarbeiter den geheimnisvollen Reigen. „Das weiß nur der Computer.“
Die Produktpalette der Störtebeker Braumanufaktur ist ebenfalls immer in Bewegung und zeichnet sich durch eine ausgefeilte Vielfalt aus. Hinzu kommen diverse saisonale Bier, beispielsweise Bock- und Festbier. Auch für die traditionelle Marke Stralsunder wird übrigens noch produziert. Wer hier bisher nur das Pils kannte, der wird im Frühling 2026 eine kleine Überraschung erlebt haben, als plötzlich der Stralsunder Frühlingsbock auch überregional zu haben war… jedenfalls ging es uns so.
Unsere Bier-Tipps:

Ein Blick voraus, ein Blick zurück
Wer bereits die eine oder andere Brauerei besichtigt hat, dem fällt in der Produktionshalle der Störtebeker Braumanufaktur sofort etwas Bemerkenswertes auf: Die Produktion – also Abfüll- Sortier- und Waschanlagen sowie die dazugehörigen Förderbänder – nimmt nur etwa zwei Drittel der Halle in Anspruch. Dabei sind sie genau so ineinander verschachtelt und platzsparend eingerichtet, wie in allen anderen Brauereien auch. Der Rest ist freier Raum, in dem höchstens hier und da eine verwaiste Palette herumliegt. Die Planer haben schlicht ins Auge gefasst, dass der Betrieb womöglich noch wächst und man die Produktion entsprechend zukünftig vergrößern muss. Das ist ja einigermaßen ehrgeizig, denn die jetzige Kapazität reicht immerhin bereits dafür aus, 30.000 Flaschen in der Stunde auszustoßen. In dem Fall dass einmal längerfristig mehr gebraucht werden, kann die Störtebeker Brauerei einfach auf vorhandene Anlagen aufbauen, sich auf den eigenen Fluren ausbreiten und müsste keine neuen Gebäude hochziehen.

Die Störtebeker Braumanufaktur hält sich hier ganz an die Prinzipien des namensgebenden Freibeuters, der ja bekanntermaßen entlang der Küsten von Nord- und Ostsee allüberall zur Ruhestandsabsicherung Schätze vergraben und Verstecke eingerichtet hat. Jedenfallls kommt es einem so vor, wenn man mal die lokalen Sagen diverser küstennaher Örtchen durchblättert.
Eine besondere Verbindung des legendären Likedeelers zu Stralsund ist übrigens nicht aktenkundig. Gut belegt ist hingegen seine Hinrichtung auf dem Grasbrook in Hamburg. Ebenso vorausschauend wie stilsicher sicherte sich die Störtebeker Braumanufaktur bereits frühzeitig die Schanklizenz in der in unmittelbarer Nähe entstehenden Konzerthalle namens Elbhilharmonie. Viele Stockwerke höher und mit gutem Blick auf den Hinrichtungsplatz kann man hier seither Störtebeker genießen. Das kann man wohl als späten Triumph des baltischen Wogenstreifers über die hamburgischen Pfeffersäcke werten.
Bei unserem Hamburger Hafen Craftbier Crawl besuchten wir 2025 die ehemalige Störtebeker Bar in der Elbphilharmonie.
