Adventskalender: Atlantik-Ale von Störtebeker

Aus dem Kalea-Bierkalender: Vom traditionsreichen Gelände der ehemaligen Stralsunder Brauerei erobert Störtebeker den norddeutschen Biermarkt und dringt hiermit weit nach Süden vor. Der Groß-Crafter benannte sich nach dem berühmtesten Piraten der Ostsee. Hat dieses Atlantik-Ale das Zeug zur Legende?

Die Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund ist mittlerweile über die Größenordnung eines Crafters weit hinausgewachsen und hat sich dabei auf die in der Szene selten verwendeten 0,5 l-Flaschen spezialisiert. Vereinzelt tauchen aber 0,33 l-Flaschen auf, was hat es damit auf sich? Diese kleineren Exemplare werden exklusiv für die Gastronomie und auch nur mit wenigen der Störtebeker-Bierspezialitäten produziert.

Es dauert fast drei Stunden, die Abfüllanlage von einer Sorte auf die andere umzustellen. Da es naheliegt, dass dies bei der Umstellung auf ein anderes Flaschenformat noch länger dauert, muss es sich für die Stralsunder wirklich lohnen. Es ist also ein Glücksfall für die Fans des Kalea-Bierkalenders, dass sich Störtebeker dieses Jahr dazu durchringen konnte. Neben einer kleinen Flasche und dem eigenen Wasser wurden Weizenmalz, Pilsener Malz und ein helles Spezialmalz verwendet. Den fruchtigen und würzigen Geschmack verantworten die US-Hopfen Amarillo, Citra und Cascade.

Das Bier ist von leicht trüber strohgelber Farbe. Hier tut das beigefügte Weizenmalz seine segensreiche Wirkung. Damit hängt auch zusammen, dass sich auf dem Atlantik-Ale eine ambitionierte und beständige reinweiße Schaumkrone entwickelt, die beim Rückzug am Glas Schlieren hinterlässt. Darüber schwebt ein zarter grasiger Duft mit einer deutlichen Grapefruit- oder genauer Pomelo-Note. Dieser erste Eindruck spielt allerdings beim Antrunk gar keine Rolle mehr. Es ist ein herbes, hopfiges und gleichzeitig sensationell sanftes Ale mit leicht salzigen Anklängen.

Wie der Namensgeber des Herstellers ruft auch dieses Pale Ale wahrscheinlich sehr unterschiedliche Reaktionen hervor: von Bewunderung bis Abscheu. Grundsätzlich ist es ein herbes stark hopfiges Bier, das, obwohl es zunächst in die Richtung antäuscht, für Freunde süßlicher oder fruchtiger Biere wenig bietet. Für jeden, der nicht expliziter Pale Ale-Fan ist, empfiehlt es sich, das Atlantik-Ale schleunigst wegzutrinken, denn mit zunehmender Temperatur verbittert es sich rasch und schmeckt dann eher nur noch dem entsprechend spezialisierten Genießer.

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