Die Nähe zum Wasser ist für Brauereien von großer Bedeutung. Hier setzt Blockbräu Maßstäbe, denn das Brauhaus steht direkt an der berühmten Waterkant. Ist ihr Senatsbock auch ganz vorne dabei?
Der Name Block steht in Hamburg für gutes Essen mit System. Mit dem Brauhaus im ehemaligen Abfertigungsgebäude der traditionsreichen Hamburger Landungsbrücken leistet man sich zudem eine eigene Bierquelle, die unglaublich rührig ist. so hat Blockbräu auch saisonale Bockbiere im Angebot, die mit dem leicht grimmigen Schafbockschädel verziert sind. Diesen hat Blockbräu auch für seinen 2026er Senatsbock übernommen, obwohl dessen Design beim Logo eigentlich vereinheitlicht sein sollte.
Beim Produkt selbst bleibt allerdings alles im üblichen Rahmen. Es handelt sich um ein tiefschwarzes blickdichtes Bier, durch das nur vor einer starken Lichtquelle ein dezenter tiefroter Schimmer dringt. Der motiviert aufsprudelnde Schaum sinkt zwar rasch zusammen, bildet aber eine widerstandsfähige und appetitlich karamellige Schicht, an der man lange Freude hat. Daraus dringt ein frischer und leichter Malzgeruch hervor, der fast etwas fruchtig anmutet.

Die Fruchtigkeit tritt beim Trinken allerdings etwas zurück. Stattdessen gesellt sich zum Malz eine deftige Bitterkeit, die an starken Espresso erinnert und einen spannenden Kontrapunkt bildet. Beides wandelt sich dann auf dem Weg in den Gaumen zu einer vollmundigen Süße. Dabei wirkt die allgegenwärtige feine und aufdringliche Perlage fast etwas störend. Sie gibt dem Senatsbock von Blockbräu zwar etwas Erfrischendes, nimmt ihm aber jede Chance auf Süffigkeit. Zwar verteilt der andauernde Sprudel den Geschmack in allen Winkeln von Mund und Rachen, andererseits macht er das Bier auch unnötig sperrig.
Wenn man den Senatsbock von Blockbräu gut gekühlt genießt, schmeckt man jedes Prozent der 7,3 % vol heraus. Wie oft bei besonders malzigen Bieren, empfiehlt es sich auch hier, einmal abzuwarten, denn bei zunehmender Temperatur wird auch dieses Bier spannend: der Senatsbock von Blockbräu nimmt eine deutliche Lakritznote an, wenn man ihn etwas handwarm werden lässt. Fruchtig, süß, bitter, Kaffee und Lakritze – dieses Bier ist wie eine kleine Reise durch die Lagerhäuser der Hamburger Speicherstadt, Wahrzeichen und Kulturdenkmal in Sichtweite des Brauhauses, aus dem es stammt.
Zu den Hintergründen des „Hamburger Senatsbock“ schau mal in unseren Artikel „Hamburger Senatsbock – eine nagelneue Tradition“
