Winter-Bock von Einbecker

Wenn sich die Regale im Supermarkt gegen Jahresende mit Spekulatius und Dominosteinen füllen, kommt die Zeit der winterlichen Bockbiere. Auch Einbecker ist mit einer Version dabei – ein Grund zur Freude?

Bier ist nicht nur eigentlich ein regionales, sondern noch viel mehr naturgemäß ein saisonales Produkt. Beides hat sich durch das segensreiche Wirken des Kühlschrank-Erfinders Carl Linde inzwischen etwas relativiert. Aber in regelmässigen Abständen wird der Bier-Connaisseur doch daran erinnert, dass „jedes Ding seine Zeit“ hat – beispielsweise dann, wenn die saisonalen Bockbiere im Getränkemarkt auftauchen.

Die traditionsreiche Einbecker Brauerei ist natürlich ganz vorn mit dabei, wenn es um Bock-Varianten geht und legt gegen Jahresende ihr Winter-Bock auf. Dieses Doppelbock ist mit seinen respektablen 7,5 % hervorragend geeignet, etwas Wärme in jeden Wintertag zu bringen und hat auch darüberhinaus reichlich Potenzial zu der sich in dieser Zeit ausbreitenden Gemütlichkeit beizutragen. Beim Öffnen entströmt der Flasche ein frischer malziger Duft, der bereits Lust auf’s Einschenken macht – denn Glas ist beim Bock immer angeraten. Der kleine Aufwand wird belohnt durch einen breiten aber leider allzu flüchtigen karamelligen Schaum über einem dunklen aber klaren Bier, das vom Hersteller als kupferfarben bezeichnet wird, aber eigentlich eher fast in’s Rubinrote geht.

Im Antrunk lässt sich an der schweren Malznote nicht vorbeischmecken. Sie gibt sich zunächst angenehm würzig, klingt dann aber im Gaumen mit einer dezenten, fast fruchtigen Süße wohlig nach. Dieses Bier schmeckt also quasi zweimal. Der angenehm unauffällige feinperlige Blubber tut ein Übriges dazu, dass es sich beim Winter-Bock von Einbecker um ein Bier zum Einkuscheln handelt, welches geeignet ist, der sogenannten „Dunklen Jahreszeit“ einen rubinroten Schimmer zu verpassen.

Nach oben scrollen