In der guten Tradition der Craft Beer-Adventskalender testen wir an vielen Tagen ein Bier aus eben einem solchen Adventskalender. Heute der Kalender von Beyond Beer / Brausturm mit Bird of Pres von Uiltje

Das Bird of Prey von Uiltje, ein 0,2% IPA, kommt mit witzigem Comic-Label, sogar mit Comic-Strip. Und mit Weizenmalz – mal sehen wie das zu einem Raubvogel passen soll.
Im Glas zeigt sich ein gold-gelbes, schön trübes Bier. Der Schaum ist ordentlich und perlend – das sieht nach gutem Handwerk aus. In der Nase dominiert Grapefruit, intensiv. Das gefällt mir schon mal. Im Antrunk wird die Grapefruit durch die Malzsüße zur Pomelo abgemildert – weniger aggressiv, mehr Rundheit. Die Bitternote ist verhalten. Das ist schon etwas enttäuschend nach dem Duft. Und durch den Weizenmalz ist es überraschend cremig. Da passen Nase und Gaumen nicht zusammen.
Doch im weiteren Trinken passiert etwas Interessantes: Wenn sich das IPA an die Raumtemperatur annähert, geht die Süße zurück, und die Grapefruit mit ihrer Säure bekommt wieder mehr Raum. Das Bier entwickelt sich im Trinken.
Würde ich es wiedertrinken? Ja, das überzeugt mich gerade auch durch die Wandlung – vom Duft über den ersten Antrunk bis zum weiteren Trinkerlebnis. Toll! Durch die Cremigkeit passt es eher in die kühleren Jahreszeiten, kein typisches Sommer-IPA. Hazy, leicht cremig und besser bei Zimmer- als bei Kühlschranktemperatur – das ist mein Ding. Die erste Enttäuschung vom Antrunk – „nur noch Pomelo!“ – wird durch die weitere Entwicklung wettgemacht.
