Brewdog Wingman Session IPA – Das „Ja, vielleicht“ Bier

Hier kommt Wingman – ein Session IPA von Brewdog mit coolem Comic-Label. Frisch in der Brewdog Dependance in den Tanzenden Türmen in Hamburg entdeckt, sofort gekauft. Aber die Begeisterung wird leicht getrübt.

Die Farbe ist klar und golden – das ist der Mainstream-Bierlook, den ich bei einem Session IPA gar nicht so erwarte. Die Perlage ist intensiv sprudelnd, optisch wie auch im Mund. Und der Schaum löst sich auch schnell auf. Es ist fast ein bisschen zu blubberig. Ein Session IPA soll präsent sein, aber nicht wie eine Limo.

Dann zu den Aromen: Die Nase sagt Ananas und tropische Früchte. Das mag ich und das ist der Anfang von etwas Gutem. Im Antrunk kommt genau das: Ananas, tropisch. Der Ansatz ist da. Aber dann schlägt die Bitternote durch – auch das will ich gerne so. Und dazu wird es zitrus-harzig. Aber irgendwie neutralisieren sich die guten Aromen gegenseitig. Wird die Ananas von der Bitternote überlagert? Relativiert das harzige Aroma die Bitternote? Ich weiß es nicht. Es bleibt ein etwas lascher Geschmack übrig.

Das ist das Interessante bei Brewdog: Sie können großartige Biere machen. Aber Wingman ist nicht eins davon. Nicht weil es schlecht ist – es ist ok. Sondern weil die Komposition nicht stimmt. Die Aromen kämpfen gegeneinander, statt sich zu unterstützen.

Würde ich es wiedertrinken? Ja, vielleicht. Wenn ich bei Brewdog bin, gebe ich dem Wingman sicher eine zweite Chance. Aber heute ist es für mich ein Allrounder, aber auch irgendwie ein Niemand. Nicht gut genug zum gezielt Kaufen, nicht schlecht genug zum expliziten Meiden. Aber das Comic-Label vom Wingman ist großartig.

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