Adventskalender: Zünftiges Wirtshausbier von Hösl

Heute eine Spezialität aus dem Kalea-Bierkalender: Mit diesem Bier möchte die rührige Privatbrauerei aus der Oberpfalz an die Wirtshaustradition erinnern, bei der die Bürger zum gemeinschaftlichen Biergenuss zusammenkamen – ist dies ein Bier, an das man sich lange erinnert?

Ursprünglich hieß die Braustätte „Gambrinusbrauerei“, wurde aber zur Abgrenzung zum gleichnamigen Brauhaus im nahen Weiden im Jahr 1930 nach dem Besitzer benannt. Die einfallsreichen und geschäftstüchtigen Hösls betreiben die Privatbrauerei auch heute noch in mittlerweile dritter Generation. Trotz der traditionsreichen Geschichte geht den Hösls der Humor nicht ab, so wählten sie als Firmen-Logo eine stilisierte Lederhose – ein Hösl halt. Dieses ist auch auf dem Etikett des Zünftgen Wirtshausbieres zu bewundern, denn dort schwoft ein traditionell bayrisch gekleidetes Paar in einem gut gefüllten Wirtshaus herum. Der schuhplattelnde Herr trägt zu diesem Anlass selbstverständlich eine Lederhose.

Es handelt sich um ein glasklares untergäriges Vollbier von sonnengelber Farbe in dem eine fröhliche Perlage zeigt, was sie kann. Der reinweiße Schaum türmt sich zunächst motiviert auf, dann vergeht er aber rasch. Der zunächst etwas muffige Geruch weicht schnell einem malzigen Grundaroma, das allerdings nicht sonderlich dominant erscheinen will. Das Zünftige Wirtshausbier stellt sich auf der Zunge entsprechend mit einer dezenten Süße vor, Dazu gesellt sich etwas würzige Hopfigkeit, wobei es beiden leider nicht gelingt, eine mindestens so innige Harmonie herzustellen, wie sie das Pärchen auf dem Etikett auszumachen scheint.

Das Zünftige Wirtshausbier ist zwar so spritzig, wie ein routinierter Schuhplattler aber leider auch so flach, wie der perfekte Tanzboden. Das ist eigentlich ganz passend, denn man trinkt es aufgrund seiner süffigen unaufgeregten Malzigkeit gut weg und wird dadurch zumindest bei einer gepflegten Wirtshausunterhaltung nicht gestört. Aber es stört dann auch nicht ganz so sehr, wenn ein Glas dieses Bieres im Zuge einer zünftigen Wirtshausschlägerei zerschellen sollte.

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