In der guten Tradition der Craft Beer-Adventskalender testen wir an vielen Tagen ein Bier aus eben einem solchen Adventskalender. Heute: Beyond Beer / Brausturm – To Øl Implosion – 16. Dezember.

Aus dem Adventskalender kommt erneut Implosion von To Øl – diesmal die Variante ohne zusätzliche Früchte. Ein alkoholfreies Bier ohne Stil-Angabe, aber alles an diesem Bier schreit leise „IPA“.
Im Glas zeigt sich ein sattes Gelb, völlig trüb – ich liebe diese Haziness. Die Perlage wirkt fast cremig, eher samtig als spritzig. In der Nase wird es dann spannend: Mango, Ananas und Blüten – tropisch, aber nicht extrem; eher wie ein gut zusammengestellter Duft als wie ein Fruchtsalat.
Im Antrunk bleibt die Fruchtigkeit erstaunlich verhalten. Etwas Mango, etwas Ananas, dazu noch ein Hauch Zitrus. Dann kommen Blüten und Kräuter dazu, bis ins Harzige hinein – aber alles dezent. Auch die Bitternote ist nicht stark ausgeprägt. Nichts drängt sich in den Vordergrund, nichts schreit, alles bleibt im Rahmen. Hier gibt es, je nach Geschmacksempfinden eine Falle: Diese Zusammenstellung – Frucht, Blüte und harzig-ätherisch – finden wir gerne im Badezimmer vor. Wer diese Assoziation erst mal hat, wird beim Genuss auch leicht an Seife erinnert. (Zum Glück geht mir das nicht so, aber meiner Mit-Verkosterin.)
Würde ich es wiedertrinken? Durchaus – und deutlich lieber als die Variante mit Fruchtzusatz. Dieses Implosion ist am Anfang des Abends gut aufgehoben, zu milden Speisen oder einfach für sich allein. Alles ist etwas zurückhaltend, was es auch zu einem guten Einstiegsbier in die Craft-Beer-Welt macht. Ein ausgefeiltes Bier, gutes Handwerk, aber nicht überwältigend – im besten Sinne unaufgeregt.
