Heute eine Spezialität aus dem Kalea-Bieradventskalender. Der Gründer des Bürgerbäus der Privaten Alpenbrauerei in Bad Reichenhall hieß August Röhm, aber er war überall nur als „Gustl“ bekannt – hat dieses Helle auch das Zeug zur Berühmtheit?
Die Private Alpenbrauerei in der Unser Bürgerbäu produziert, existiert bereits seit 1494 in Bad Reichenhall. Wie viele bayrische Braustädte hatte auch diese ein Reinheitsgebot ausformuliert, bevor das berühmte Bayrische Reinheitsgebot 1516 aufkam… aber es unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von jenem. Das Reichenhaller Reinheitsgebot datiert übrigens genau ein Jahr vor Gründung der Braustätte – Zufälle gibt’s! Die Marke Bürgerbräu wurde im Jahr 1901 durch den besagten „Gustl“ eingeführt und 1979 schließlich in „Unser Bärgerbräu“ umbenannt. Im Jahr 1913, also zum 112ten Gründungsjubiläum, wurde das Gustl erstmals in Erinnerung an den Brauereigründer, dessen Nachfahren immer noch den Betrieb führen, aufgelegt.

Es existiert auch eine Kellerbier-Variante, aber wir nehmen uns heute dasGustl Helle vor. Ein klares sprudelndes Bier von sandiger Färbung und gekrönt von einem schmalen aber beständigen großporigen Schaum. Es duftet würzig, aber weder Malz noch Hopfen drängen sich bei den ersten Schlucken auf: ein klassisches Bayrisches Helles ohne Schnick-Schnack. Zunächst! Im Verlauf sticht hier und da dann doch noch malzige Süße durch, allerdings nur dezent und den süffigen Gesamteindruck höchstens noch unterstreichend.
Gegen Ende verabschiedet sich das Gustl mit einem leicht brotigen Abschiedsgruß. Ein Helles für heiße Tage, das den Malzfreund einigermaßen zufriedenstellen kann, aber nicht nachhaltig beeindrucken wird. Dennoch zeigt sich hier viel Brauer-Kunst und Liebe zum Produkt, wenn nicht gar zum Gründungsvater der Bürgerbräu-Dynastie.
