Diesmal ein Produkt aus dem Kalea-Bierkalender: Angelehnt an den Produktionsort nennt sich dieses Bier nach einem berühmten aber fiktiven Einwohner der Stadt. Aber klingt „Ingolstadt“ wirklich so gruselig? Und welche Empfindungen löst dieses Bier aus?
Es ist eine weitverbreitete Fehlnannahme, dass es sich bei „Frankenstein“ um das Monster handelt – tatsächlich ist das der Name des ehrgeizigen Wissenschaftlers, der Gott spielen wollte, und mit Vornamen Viktor hieß. Sein Geschöpf hat er aber dann tatsächlich in Ingolstadt produziert. Es lächelt uns vom Etikett der Flasche entgegen. Bei der Herstellung dieses speziellen Bieres wurden Spalter Select aus der Hallertau und Wiener Malz verwendet. Hinzu kommt eine Portion Hallertauer Blanc im Rahmen einer späteren Kalthopfung.

Seine rötliche Färbung verdankt das glasklare Viktor Frankenstein Spezialbier dem Wiener Malz. Über dem grau-weißen Schaum melden sich dann die Hopfen mit einem würzigen und leicht fruchtigen Duft, der Anklänge von Zitronengras aufweist. Jegliche Fruchtigkeit verabschiedet sich aber beim Antrunk und stellt sich auch bis zur letzten Neige nicht mehr ein. Da mag zwar irgendwo noch Malz mitschwingen aber dominant ist die bittere Hopfigkeit vom ersten bis zum letzten Schluck.
Das Monster, dessen Schicksal in Mary Shelleys düster-romantischem Werk unauflöslich mit dem seines Schöpfers verwoben ist, ist eigentlich kein unelegantes Wesen und zu erstaunlichen intellektuellen Leistungen fähig. In den späteren filmischen Umsetzungen ist es allerdings grobschlächtig und ungelenk. In diesem Sinne hält sich das Viktor Frankenstein Spezialbier an die literarische Vorlage. Man muss allerdings Hopfen in seiner bitteren Ausprägung mögen, um dieses Bier zu genießen.
