Adventskalender: Winterbock von Einbecker

Die kleine malerische Stadt am Rande des Harzes kann zwar als „Wiege des Bockbiers“ angesehen werden, hat aber, mal rein geschichtlich gesehen, niemals Bockbier produziert – kann dieser Winterbock trotzdem überregional begeistern?

Sowohl hinsichtlich der Anzahl der Braustätten, als auch von der produzierten Menge her konnte Einbeck seinerzeit mit den „Brauhäusern der Hanse“, also Hamburg und Wismar, durchaus mithalten. Aber bereits seit dem späten 14. Jahrhundert wird hier, laut historischen Urkunden, fleißig gebraut. Richtig bekannt wurde das Einbecker Bier dann aber mit und durch Martin Luther. Durch die Abwerbung eines Einbecker Braumeisters, dem in München neue Möglichkeiten eröffnet wurden, wurde aus einem Rezept aus Einbeck schließlich das Bockbier. Inzwischen hat das Einbecker Brauhaus sich voll und ganz auf Bockbier spezialisiert und vertreibt diesen Re-Import in allerlei einfallsreichen Varianten. Dieser Doppelbock ist laut Ansicht des Herstellers passgenau für die Wintermonate konzipiert.

Über dem tiefroten klaren Bier baut sich ein massiver und leicht karamell-farbener Schaum auf. Daraus dünstet schwerer und charakterstarker Malzduft, süßlich mit zarten fruchtigen Anklängen. Auch beim ersten Schluck stellt sich das Malz entschlossen in Mund und Gaumen vor. Zunächst ist der Einbecker Winter-Bock etwas würziger als erwartet, tendiert aber dann bald schon in Richtung Malzbonbon. Im Gaumen bleibt ein brotiger Geschmack zurück, der spannenderweise einen scharfen Unterton hat, der an Chili erinnert.

Das Winterbock der Einbecker Brauerei ist aufgrund der zurückhaltenden Perlage relativ trinkfreundlich und fast süffig zu nennen. Die soliden 7,5 % treten hinter das ganz vorne agierende variantenreiche Malz zurück, das sich zu keinem Moment des Trinkgenusses das Szepter aus der Hand nehmen lässt.

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