Rotbier von Schanzenbräu

Die ersten Biere dieses fränkischen Crafters entstanden in einem Hinterhof in der Nürnberger Bärschanzenstraße. Inzwischen wird zwar ganz wo anders produziert, aber geblieben ist der Name der Brauerei und der eindrucksvolle Bärenkopf auf dem Etikett – hinterlässt dieses Rotbier einen entsprechenden Eindruck?

Der Stradtteil Höfen liegt ganz im Westen der altehrwürdigen Perle des Frankenlandes und kam erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Nürnberg. Der Name hat einen ganz prosaischen Hintergrund: das Gelände bestand seinerzeit einfach aus einigen landwirtschaftlichen Betrieben – ein paar Höfen halt. Die Geschichte der hier ansässigen Schanzenbrauerei begann Anfang des 21. Jahrhunderts im Nürnberger Zentrum, wo Gründer Stefan Stretz seine ersten Brauversuche in Gostendorf unternahm, einem Stadtteil, der geprägt ist durch Kreative, Künstler und Kneipen… und kreative Künstlerkneipen. Entsprechend wurde Stefans Braugut beim ersten öffentlichen Ausschank im Jahr 2007 auch komplett weggesoffen. Und zwar „bis zur Naachäla“, wie es in Franken heißt. Im Jahr 2016 erfolgte der Umzug in die neugebaute Brauanlage nach Höfen,

Die Namensgebung dieses Bieres ist mindestens so subtil, wie der brüllende Bär, der die Flaschen von Schanzenbräu ziert: rot ist es nämlich definitiv. Zudem unfiltriert, was für die Brauerei typisch ist. Ebenfalls üblich, und zwar in ganz Franken, ist die 0,5l-Flasche aber wir testen das Rotbier einfach mal in der Knolle an. Es entwickelt sich beim Einschenken ein respektabler reinweißer und feinporiger Schaum, der sich auch nur zögelrich zurückbildet – schonmal ein wichtiger Pluspunkt. Über dem Schaum schwebt ein malziger Grundton mit Andeutungen von eingelegten Waldbeeren, umtanzt von einem Hauch Hopfen. Genau wie bei den drei verarbeiteten Malzen wurde auch beim Hopfen vor Vielfalt nicht zurückgescheut: verarbeitet wurden Hallertauer Tradition, Spalter Select und der in Süddeutschland in den letzten Jahren fast überall abzutreffende Mandarina Bavaria. Gegen diese geballte Geschmacklichkeit haben die 4,9% Alkohol natürlich keine Chance – ebenfallls positiv anzumerken.

Wer ein süffiges Souvenir aus dem Frankenland sucht, der trinkt beim Rotbier von Schanzenbräu absolut in die richtige Richtung. Es handelt sich um ein würziges Bier mit einem Kantigen Unterbau, bei dem trotzdem eine dezente malzige Süße herauszuschmecken ist. Wer am Nürnberger Flughafen kurz vom Boarding nochmal in die Auslagen der Geschäfte schaut, wird hier die Produkte von Schanzenbräu übrigens entdecken. Die Brauerei hat es geschafft, ihre Spezialitäten hier unterzubringen, was bei der großen Anzahl der in der Gegend etablierten Brauereien schon eine Leistung ist. Somit ist Schanzenbräu ganz vorne dabei und allein schon in Sachen Marketing in einem Atemzug zu nennen mit den anderen „Flughafen-Bieren“: Orca-Brau, Hösl und Hertl

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