Urstrom von der Flensburger Manufaktur

Bei ihrem Urstrom proklamiert die Flensburger Spirituosen Manufaktur höchste ökologische Ansprüche. Entsprechend ziert neben einigen anderen Zertifizierungen auch das „Bioland“-Siegel das dezente Etikett. Hatten die Macher auch noch etwas Zeit für den Geschmack?

Ursprung der Flensburger Spirituosen Manufaktur war ein Safthersteller im fast-dänischen Dollerup, der 2014 von den jetzigen ideenreichen Chefs übernommen wurde. Inzwischen ist die dortige Brennerei fest in den Themenbereichen Rum, Whisky und Gin etabliert. Aber auch im Bierbereich craftet man in Angeln kräftig mit, so gibt es vom Urstrom inzwischen drei Sorten. Hier testen wir das „Export“ aus der Reihe. Wie bei den Spirituosen ist auch hier Nachhaltigkeit und Natürlichkeit der Maßstab für das Gelingen des Produktes. Beim Hopfen wählte man Tettnang, was im Vergleich zur Hallertau schonmal zumindest beim Transport einiges einspart. Die deutlich kürzere Reise macht das Malz, denn das stammt vom Schwedeneck, was keine 100 km von Dollerup entfernt ist… über See sogar noch kürzer.

Im Gegensatz zur Klarheit was die Zutaten angeht kommt das fertige Produkt der Flensburger Spirituosen Manufaktur appetitlich trübe daher. Natürlich strömt uns nämlich aus der unspektakulär etikettierten Flasche ein unfiltriertes Bier entgegen, Darauf türmt sich ein motivierter und sehr grobblasiger Schaum. Darüber entfaltet sich zunächst ein würziger, später zunehmend blumiger komplexer Duft.

Die Komplexität bleibt auch beim Trinken erhalten, erstreckt sich hier aber auf die vielen Möglichkeiten zwischen Würzigkeit und Malzigkeit. Über den spannenden Törn durch die variantenreichen Biergeschmackswelt vergisst man die ansehnlichen 5,5 % vol total. Prägend für das Export aus der Urstrom-Linie ist dann letztlich aber die Vollmundigkeit, die allerdings völlig unangestrengt und entspannt leger daherkommt. Kein Bier für alle Fälle, aber auf alle Fälle ein Bier, das man mal engetrunken haben sollte.

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