Die O’Hara Brewing Company produziert in Bagenalstown im geschichtsträchtigen County Carlow. Ihre „explosiven“ Nitros gelten als ihre Signature-Beers und greifen eine klassische Idee auf – wird dieses Red Ale die Zeiten überdauern?
Die Sache mit der Stickstoff-Patrone, die krepiert, wenn die Dose geöffnet wird kennt man ja bereits vom irischen Klassiker Guinness Stout. Aber auch die O’Hara Brewing Company hat zwei ihrer Biere mit diesem inspirierenden Gimmick auf den Markt gebracht: neben einem Stout auch ein Red Ale. Letzteres nehmen wir uns heute mal gründlich vor. Es handelt sich, wie der Name schon sagt, um ein obergäriges Bier von rötlicher Farbe. Wenn man die Dose gut kühlt und ein entsprechend großes Glas verwendet, bekommt man auch ohne viel Übung ein appetitliches Bier hin, das allein vom Aussehen her einem gut gezapften Red Ale im irischen Pub in nichts nachsteht. Hierbei ist natürlich zu beachten, dass man dem Bier etwas Zeit geben sollte, sich zu „setzen“, sonst sieht das so aus, wie auf unserem wenig beispielhaften Beispielfoto.

Natürlich dominiert das Malz den ersten olfaktorischen Eindruck. Hinzu kommt eine leicht pfeffrige Note, die sofort Lust auf mehr macht. Bei den ersten Schlucken fällt die samtige Milde des Biers auf. Es fehlt jegliche Bitterkeit, die bei der Verwendung von Malzen, die entsprechend stark geröstet werden, um die erwünschten tiefen Farbtöne zu erreichen, oft entsteht. Der Grund, warum es „Red Ales“ überhaupt gibt, so hört man manchmal, ist, dass hier Trinker angesprochen werden sollen, denen stouttypische Bitterkeit nicht schmeckt, die aber dennoch nicht auf ein Malzerlebnis verzichten wollen.
Seltsamerweise hat diese „Draught-Variante“ des Red Ale von O’Hara allerdings auch etliche Bittereinheiten weniger, als die Version aus der Flasche. Stickstoff mindert Bittere? Da bleiben wir mal dran!
Ebenso, wie es sich empfiehlt, das Bier vor dem Öffnen gut durchzukühlen, um den appetitlichen optischen Effekt nach dem Einschenken zu erzielen, sollte man es dann im Glas gerne etwas warm werden lassen, um die geschmackliche Vielfalt ausgiebig erkunden zu können. Hier lassen sich neben dem karamelligen Grundton und den darin eingebetteten schokoladigen Eindrücken auch ein Hauch von Nuss und das anfangs bereits zu erschnuppernde pfeffrige Aroma vernehmen. Kurzum: das „draught“ Red Ale von O’Hara ist ein Bier zum Entdecken!
