To Absent Friends von Wildwuchs

Dieser einfallsreiche Crafter von der Elbe produziert strikt Bio, wobei er sich hinsichtlich der Zutaten beschränken muss – überschreitet dieses Bitter Ale trotzdem Grenzen?

Mit diesem Bier legt Wildwuchs ein Bitter Ale vor, das zur Rückbesinnung an schöne Zeiten aufruft. Wenn diese, wie es jedem zu wünschen ist, mit Gesellschaft zusammenhingen, ist es angebracht, mit diesem Bier „auf abwesende Freude“ anzustoßen. Wie sehr sich die gemeinsamen Wege der Vergangenheit inzwischen voneinander getrennt haben könnten, daran gemahnen die Totenköpfe auf dem Flaschenetikett. Dieses Artwork ist ziemlich untypisch für Wildwuchs. Der Crafter nutzt hier üblicherweise das Konterfei des Brauers Fiete. Nun prangen da Totenköpfe. Wir hoffen, es geht Fiete gut!

Das Bier ist von sattbrauner Farbe und gekrönt von einem karamellfarbenen dicken cremigen Schaum, der sich allerdings rasch verabschiedet. Ihm entströmt ein malziger Duft, dem eine gewisse Würze anhaftet. Dies erinnert an gewisse brockige Malzbonbons, die in den Achtzigern groß in Mode waren – eine Erinnerung, die wiederum sehr gut mit der Farbe hamoniert.

Die Würzigkeit, die sich bereits beim Schnuppern angedeutet hat, greift nun voll in’s Geschehen ein und überlagert die Malzigkeit. Aus der Kombination ensteht die Bitterkeit, die der Biersorte ihren Namen gibt. Die respektablen 7% sind hierbei kaum wahrnehmbar. Wie es bei malzlastigen Bieren so ist, ändert sich der Geschmack beim längeren Trinken, wenn sich die Temperatur der Umgebungstemperatur anpasst, ins Süßliche. Hierbei nimmt im Falle dieses Bitter Ale das Malz die Würzigkeit mit, woraus sich ein sehr satter Lakritzgeschmack ergibt, der die letzten Schlucke zu einem Hochgenuss macht, was einen fast etwas melancholisch zurücklässt. Wie es bei dem Gedenken an alte Freunde ja ganz passend ist – ein rundum gelungenes Konzept.

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