Die Distelhäuser Brauerei ist eine feste Größe in Baden und hat mehr als ein Dutzend Produkte im Portfolio. Sie hat sich dem Prinzip des „Slow-brewing“ verschrieben – kommt dieses charakterstarke Pils trotzdem ans Ziel?
Mit ihren mehr als Hundert Mitarbeitern ist die Distelhäuser Brauerei das, was man einen typischen Mittelständler nennt, der die namensgebende Kleinstadt entsprechend prägt. Zudem ist die Brauerei Mitglied der engagierten „Freien Brauer“ und darüberhinaus eine tatsächliche Familienbrauerei. Die Familie Bauer führt den Betrieb der 1811 gegründeten Braustätte seit 1876.

Es handelt sich um ein strohgelbes klares Bier über dem sich beim entsprechend sorgsamen Einschenken ein feinporiger und beständiger Schaum in der Farbe frühlingshafter Schäfchenwolken bildet.
Die selbstbewusste Hopfennote, die sich über dem eingeschenkten Distelhäuser Pils schlängelt setzt sich zusammen aus den ätherischen Essenzen von vier Hopfen: Tettnanger, Smaragd, Select und Saphir schenken dem Bier einen Hauch von Frucht, Gras, Kräutern und Zitrus. Die Hopfen und alle anderen Zutaten werden bei Distelhäuser in einem besonders schonenden Brauverfahren nach dem Prinzip des Slow-brewing verarbeitet. Das Ergebnis wurde dann noch fünf Wochen gereift. Daraus ergeben sich harmonische 4,9%, was ja für ein Pils bekanntermaßen leicht über Standard ist – zumindest für uns hier im Norden.
Für Freunde herber kantiger und geradliniger nordischer Biere hat dieses Pils einige Überraschungen parat – mancher mag geneigt sein, hinter dem selbstbewussten „Pils“ auf dem Flaschenetikett handschriftlich ein Fragezeichen zu setzen. Die Distelhäuser, ihr Näschen für Hopfen und das besondere Brauverfahren haben hier eine ausgewogene Komplexität besonderer Güte produziert, die sogar manchen Craftbier-Connaisseur noch ein Staunen abringen wird: ja, das kann Pils!
